{"id":76,"date":"2023-06-02T10:37:10","date_gmt":"2023-06-02T08:37:10","guid":{"rendered":"https:\/\/localhost\/wp-Seniorencartell\/?p=76"},"modified":"2024-03-07T13:12:44","modified_gmt":"2024-03-07T12:12:44","slug":"geschichte-des-msc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/?p=76","title":{"rendered":"Geschichte des MSC"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.seniorencartell.de\/?p=85\" rel=\"noopener\" hreflang=\"undefined\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 18pt;\">Ziele des MSC<\/span><\/a><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 18pt;\"> |<a href=\"https:\/\/www.seniorencartell.de\/?p=76\" rel=\"noopener\" hreflang=\"undefined\">Geschichte des MSC<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.seniorencartell.de\/?p=79\">Korporationen allgemein<\/a> |<a href=\"https:\/\/www.seniorencartell.de\/?p=82\"> Veranstaltungen<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><strong>Geschichte des MSC<\/strong><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Epochen:<\/strong><\/span><\/p>\n<table class=\"mceVisualAid\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr style=\"background-color: #dcdcdc;\">\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a01. Erste Verbindungsgr\u00fcndungen 1867<\/span><\/td>\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a04. Die Zeit bis zum ersten Weltkrieg 1890-1914<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a02. Der Mittweidaer Pr\u00e4siden-Convent\u00a0<\/span><\/td>\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a05. Wiederaufleben des Verbindungslebens nach dem ersten Weltkrieg 1918-1929<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #dcdcdc;\">\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a03. Versch\u00e4rfte Konflikte mit der Technikumsleitung 1883-1889<\/span><\/td>\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a06. Niedergang des Mittweidaer Korporationswesens und der zweite Weltkrieg 1929-1935<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"mceVisualAid\"><\/td>\n<td class=\"mceVisualAid\"><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a07. Von der Nachkriegszeit bis Heute<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\"> <strong>Die Geschichte des MSC\u00a0 <\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\"><strong>1. Erste Verbindungsgr\u00fcndungen<\/strong><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">Das korporative Leben in Mittweida und anderen Standorten von technischen oder Ingenieurs-Schulen gestaltete sich anders, als in den klassischen Universit\u00e4tsst\u00e4dten, wie Heidelberg, Marburg oder M\u00fcnster.Dies liegt unter anderem in der Struktur der Technika oder Technischen Hochschulen begr\u00fcndet. Bei diesen handelte es sich im Wesentlichen um private Bildungsanstalten mit verschultem Curriculum. Die Technikumsch\u00fcler mussten Schulgeld zahlen und unterlagen einer wesentlich strikteren Aufsicht durch Direktorium und Lehrerkollegium als dies an den Universit\u00e4ten der Fall war. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass sich die Korporationen in Mittweida erst sehr sp\u00e4t und auch nur vereinzelt \u00fcberregionalen Dachverb\u00e4nden und Waffenringen anschlossen. Die meisten Kartelle und Korporationsverb\u00e4nde wurden unter Mittweidaer Korporationen mit rein lokalem Bezug geschlossen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">Korporationen waren dem Mittweidaer Stadtradt und der Leitung des Technikums stets ein Dorn im Auge, da sie als Hort der Unruhe galten und im Verdacht standen die Ordnung des Technikums und die Studiendisziplin der Sch\u00fcler zu untergraben.Trotzdem hatte sich um 1867 eine erste studentische Korporation der Polytechnische Verein \u201ePolyhymnia&#8220; gegr\u00fcndet, aus dem 1868 der sp\u00e4tere Techniker Gesangsverein (ab 1905 S\u00e4ngerschaft) Concordia hervorging. Bereits diese erste Gr\u00fcndung geriet in Konflikt mit der Technikumsleitung, welche im Jahresbericht des Technikums von 1879 bereits klargestellt hatte: \u201enach \u00a75 der \u201eGesetze f\u00fcr die Besucher des Technikums&#8220; sind Vereine und Gesellschaften nur gestattet, wenn sie ein wissenschaftliches oder allgemeinbildendes Ziel verfolgen und das Studium, sowie den Zweck der Anstalt nicht beeintr\u00e4chtigen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">Auf einer Lehrerkonferenz vom 21. M\u00e4rz 1870 wurde festgehalten \u201eda\u00df Elemente in denselben (die Polyhymnia, Anmerk. d. Verfassers) Aufnahme gefunden haben, die blo\u00df l\u00e4cherlichsten studentischen Ideen fr\u00f6nen, von denen gerade das Tragen der B\u00e4nder die traurigste war. Wie aus den Prospekten, sowie aus der Hausordnung hervorgeht, haben Sch\u00fcler nur die von der Anstalt vorgeschriebene M\u00fctze zu tragen. Andere Abzeichen sind vollst\u00e4ndig ausgeschlossen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a0<span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Weitere Verbindungen bestanden in Mittweida seit 1876,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">das Corps Bavaria<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">die Burschenschaft Germania<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">sowie die Landsmannschaften Borussia und Saxonia,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">welche als Fechtvereine firmierten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;\">Im Jahr 1879 erinnerte die Direktion des Technikums an das Verbot studentischer Verbindungen und erlie\u00df die sofortige Aufl\u00f6sung der o.g. Vereine. Aber obwohl die Direktion die Teilnahme an einer Mensur mit der sofortigen Entlassung von der Anstalt bedrohte war der Erfolg dieser Weisung nur m\u00e4\u00dfig. So bestand das Corps Bavaria bis 1883 fort. Dies f\u00fchrte dazu, dass der Stadtrat, auf Anraten der Technikumsleitung ebenfalls ein Verbot aller studentischen Korporationen aussprach.Diese beiden Verbote verhinderten weitere Neugr\u00fcndungen von Vereinen nicht. Im Januar 1886 verzeichnete das Mittweidaer Wochenblatt Nr. 16 eine Zahl 18 von Technikervereinen, deren Zahl weiter anstieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>2. Der Mittweidaer Pr\u00e4siden-Convent<\/strong><\/span>\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Bereits am 1883 schlossen sich einige Vereine zum Mittweidaer Pr\u00e4siden-Convent (MPC) zusammen. Genaue Berichte und Protokolle \u00fcber dessen Aktivit\u00e4ten existieren aber erst seit M\u00e4rz 1890. Der MPC war nicht durch die Direktion des Technikums legitimiert. Dieses hatte am 11. September 1884 einen Antrag zur Vereinigung der Pr\u00e4siden aller existierenden Techniker-vereine abgelehnt. Trotzdem gelang es ihm durch einen hohen Organisationsgrad an Geltung zu gewinnen, so da\u00df der bisher f\u00fcr die Belange der Sch\u00fcler zust\u00e4ndige, von der Direktion zugelassene Techniker-ausschuss an Bedeutung verlor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Vielzahl der neuen Vereine und studentischen Organisationen veranla\u00dfte die Lehrerkonferenz und die Technikumleitung zu mehrfacher Befassung mit den Vereinen. Mehrfache Gesuche Couleurfreiheit in der Stadt und an der Hochschule zu gew\u00e4hren, wurden abschl\u00e4gig beschieden Stattdessen verabschiedete die Lehrerkonferenz am 20. Dezember 1889 ein neues \u201eRegulativ f\u00fcr die Vereine am Technikum&#8220;. In diesem hei\u00dft es in \u00a7 5: \u201eSogenannte studentische Verbindungen jeder Art sind strengstens verboten (&#8230;). Wer sich zur Bildung einer solchen Verbindung herbei l\u00e4\u00dft, zur Teilnahme an einer solchen verleitet oder selbst teilnimmt oder mit verbotenen sogenannten studentischen Abzeichen betroffen wird, hat je nach Umst\u00e4nden Ausweisung zu erwarten.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Regulativ verbot ebenso Kartellverh\u00e4ltnisse unter den Vereinen, das Abhalten von Stiftungsfesten und \u00e4hnlichen studentischen Veranstaltungen. Nichtbeachtung des Regulativs wurde mit Entlassung von der Hochschule, besonderen Strafen f\u00fcr die Vorstandsmitglieder und im schlimmsten Fall der Zwangsaufl\u00f6sung des Vereins bedroht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">In Den Jahren von 1890-1895 kam es zu zweifacher Aufl\u00f6sung und Neukonstitution des MPC. Grund hierf\u00fcr waren un\u00fcberbr\u00fcckbare Differenzen mit der Technikumleitung. Direktor Weitzel hatte 1890 versucht auf den MPC einzuwirken, dem Techniker-Milit\u00e4rverein (aus dem sp\u00e4ter die Kameradschaft Alemannia-Mittweida hervorging) dauerhaft die F\u00fchrungsrolle innerhalb des MPC zu \u00fcbertragen und kolportiert, mit keinem anderen studentischen Verein \u00fcber die Belange des Technikums, der Vereine und der Sch\u00fclerschaft sprechen zu wollen. Die MPC-Vereine, auch der Techniker-Milit\u00e4rverein verweigerten sich hartn\u00e4ckig diesem Diktum. Dieses Beispiel zeigt unter anderem, wie sehr der MPC und die Vereine sich an die Spitze der allgemeinen Technikerschaft gesetzt und deren F\u00fchrung \u00fcbernommen hatten.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>3. Ve<\/strong><\/span><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>rsch\u00e4rfte Konflikte mit der Technikumleitung<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Jahr 1892 nahm Direktor Weitzel seinen Abschied und Direktor ing. Holzt \u00fcbernahm die Leitung des Technikums. Dieser hatte bereits auf der 25 Jahr Feier des Technikums die Aussage get\u00e4tigt, \u201eda\u00df er mit der Zeit alle Vereine am Technikum aufzul\u00f6sen ged\u00e4chte&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Infolge dieses Wechsels erh\u00f6hte sich der Druck der Lehrerkonferenz und des Direktorats auf die \u00f6rtlichen Korporationen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am 19. Dezember 1892 wurde ein Beschlu\u00df der Lehrerkonferenz wirksam, der die Vereinigungen: Anhaltinischer Leseverein (Landsmannschaft Askania), Bairischer Leseverein (Landsmannschaft Bavaria), Holl\u00e4ndischer Leseverein (Landsmannschaft Hollandia), Polnischer Leseverein, Schlesischer Leseverein (Landsmannschaft Silesia), Amerikanischer Leseverein, Techniker Milit\u00e4rverein, Ungarischer Leseverein (Landsmannschaft Hungaria) und Techniker Zitherclub verbot. Das Verbot wurde damit begr\u00fcndet, da\u00df die oben genannten Vereine den \u201eausgesprochenen Charakter von Landsmannschaft trugen und keine wissenschaftlichen oder k\u00fcnstlerischen Zwecke verfolgten.&#8220; Dem Verbot folgten scharfe Proteste in Form einer Denkschrift und heftige Demonstrationen der Technikerschaft, welche in der Schlacht von Sanitas gipfelten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Inzwischen hatte es 1892 diverse Neugr\u00fcndungen von Vereinen gegeben: Fidelitas, Unitas, Rheno-Guestphalia, Arendsia, Berolina, Mittweidaer Ballspielclub, Alania, Makaria.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach einer abermaligen Aufl\u00f6sung des MPC am 30. April 1894 gr\u00fcndete sich 1889 ein neuer Chargierten-Convent (CC) neu. Dieser Mittweidaer CC stand in Konkurrenz zu dem neugegr\u00fcndeten MPC, welcher durch die, teilweise verbotenen, Vereine: Badenia, Bavaria, Brandenburgia, Concordia, Fidelitas, Rossija, Saxonia und Stolzea rekonstituiert wurde. Unter anderem gab es Konflikte in der Mensurfrage. Der MCC riet 1889 seinen Vereinen, \u201esich aus den Mensuren herauszuhalten.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Trotz Zugest\u00e4ndnissen der Technikumsleitung, was die Couleurfreiheit anging wuchsen die Repressionen der \u00f6rtlichen Polizei gegen das Studentische Leben an.In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 1889 veranlassten einige studentische Verbindungen daher eine \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung mit der Polizei, welche in der Festschrift der Hochschule Mittweida von 1992 wie folgt beschrieben wird:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u201eHunderte Studenten und auch Mittweidaer B\u00fcrger folgten dem Aufruf \u201e[&#8230;] sich mit St\u00f6cken bewaffnet [&#8230;] am Caf\u00e9 Sanitas einzufinden, um [&#8230;] von da aus die Schutzleute Mittweidas mit vereinten Kr\u00e4ften (zu) verkeilen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Technikumleitung reagierte auf diesen Exze\u00df mit einem totalen Couleurverbot.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>4. Die Zeit bis zum ersten Weltkrieg<\/strong><\/span>\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In der Zeit bis zum ersten Weltkrieg verstetigte sich das korporative Leben in Mittweida, trotz des Couleurverbotes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die farbentragenden schlagenden Verbindungen des MPC erfreuten sich trotz Verbots immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit unter den Technikern. Dies f\u00fchrte dazu, da\u00df die bisher mehrheitlich farbenf\u00fchrenden, nichtschlagenden MCC-Vereine, vermehrt korporative Z\u00fcge annahmen.Dieser Druck erh\u00f6hte sich zus\u00e4tzlich, als die Technikumleitung das Vereinsverbot von 1892 im Wintersemester 1901\/02 zur\u00fccknahm und viele der alten Korporationen wieder \u00f6ffentlich auftreten konnten, oder rekonstruierten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Vollst\u00e4ndige Couleurfreiheit konnte auch in diesen Jahren nicht erwirkt werden. Dennoch gab es auch in diesem Bereich einige Fortschritte zu vermelden. So wies Professor Holzt in einem Circular (Rundschreiben) an alle Lehrer darauf hin: \u201eVerboten ist bekanntlich nur das \u201e\u00f6ffentliche Couleurtragen&#8220;; die Kontrolle dar\u00fcber, was die Vereine in ihren abgeschlossenen Kneiplokalen treiben, kann nicht Sache der Anstalt sein.&#8220; Die Lehrer sollten den Besuch von Veranstaltungen in den Verbindungslokalen vermeiden, um dieses Treiben nicht mit ihrer Pr\u00e4senz zu legitimieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Schlagen von Mensuren war f\u00fcr die Vereinsmitglieder immer noch eine gef\u00e4hrliche Angelegenheit, da den Paukanten strafrechtliche Konsequenzen drohten, wenn sie durch die Ordnungsbeh\u00f6rden erwischt wurden. So wurden die Herren Fritz Klingenberg und Fritz Adolf Zimmer, beides Angeh\u00f6rige der Landsmannschaft Brandenburgia 1905 wegen der Beteiligung an einem Zweikampf mit scharfen Waffen durch das Reichsgericht zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt und durch die Hochschulleitung des Technikums verwiesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine Neuauflage der Schlacht von Sanitas im Jahre 1905, f\u00fchrte zwar zu Verhaftungen und strafrechtlichen Verfolgungen, beeintr\u00e4chtigte das Couleurleben aber nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Jahr 1909 schlossen sich die AH-Verb\u00e4nde zur Vereinigung der Alt-Herren-Verb\u00e4nde Deutscher Corporationen zu Mittweida (VAHDCM).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges 1913 gr\u00fcndeten die Landsmannschaften Badenia, Bavaria, Ostmark, Platonia, Rheno-Guestphalia und Saxonia das Mittweidaer Landsmannschafter-Cartell (MLC).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Ausbruch des ersten Weltkrieges traf auch die Korporationen in Mittweida. Viele der jungen M\u00e4nner am Technikum zogen in den Krieg. Alle B\u00fcnde mit weniger als 5 aktiven Mitgliedern suspendierten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline; font-size: 14pt;\"><strong>5. Wiederaufleben des Verbindungslebens nach dem ersten Weltkrieg<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach dem ersten Weltkrieg rekonstituierten die meisten Mittweidaer B\u00fcnde.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der verlorene Weltkrieg stellte eine tiefgreifende Z\u00e4sur dar, welche die gesamte Nation ergriff. Die wirtschaftlich schlechte Lage des Reiches unter dem Druck der hohen Reparationen, die Abtretung gro\u00dfer Gebiete des Reiches und der Kolonien und der Versailler Vertrag, in dem Deutschland die vollst\u00e4ndige Kriegsschuld zugewiesen wurde, hinterlie\u00dfen ein Gef\u00fchl der Dem\u00fctigung und eine tiefe Depression im kollektiven Ged\u00e4chtnis der Bev\u00f6lkerung. Diese Gef\u00fchlslage f\u00fchrte zu Trotzreaktionen in der Studentenschaft. Der Ton in den Verbindungen wurde nationalistischer. Farben f\u00fchrende Vereine wandelten sich in Farben tragende Korporationen um und gaben Satisfaktion. Die Mensur wurde in diesem Kontext zum Symbol deutscher Wehrhaftigkeit erhoben und die Anzahl der geschlagenen Partien stieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In Mittweida gab die Mehrzahl der Verbindungen nun Satisfaktion auf S\u00e4bel. Bestimmungsmensuren wurden mit dem Korbschl\u00e4ger ausgefochten und auf eine Anzahl von 3 Partien (Fuchsen-, Burschen- und Inaktivierungspartie) festgelegt. Tats\u00e4chlich fochten einzelne B\u00fcnde zeitweilig 5-7 Pflichtpartien. Auch die Anzahl der G\u00e4nge bei Bestimmungsmensuren wurde ab 1923 von 15 auf 60 erh\u00f6ht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der MPC der nach dem Krieg wieder entstand erhob die unbedingte Satisfaktion zum Verbandsprinzip. Im SS 1909 rekonstituierte auch der Mittweidaer Chargierten-Convent.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Am 10. Juni 1920 wurde der Mittweidaer-Senioren-Convent gegr\u00fcndet. Dabei ist nicht klar, ob dieser durch die beiden bestehenden Cartellverb\u00e4nde MCC und MPC gegr\u00fcndet wurde oder durch deren Mitgliedskorporationen. Der MSC sollte ein \u201ereiner Wirtschaftsverband&#8220; mit dem Zweck \u201eder Herbeif\u00fchrung eines einheitlichen Zusammenwirkens&#8220; sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der MSC vereinte die bereits bestehenden lokalen Cartelle und Verb\u00e4nde es bestand 1931\/32 aus:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>1.dem Mittweidaer Pr\u00e4siden-Convent (gegr. 19. Februar 1895)<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bestehend aus: Alemannia, W.V. Fidelitas, Landsmannschaft Rheno-Guestphalia, Landsmannschaft Badenia, Landsmannschaft Nordmark, Landsmannschaft Saxonia<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>2.dem Mittweidaer Landsmannschafter-Cartell (gegr. 30. April 1913)<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bestehend aus den Landsmannschaften Bavaria, Berolina, Brandenburgia, Ostmark<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>3.dem Burschenschaften-Cartell Mittweida (gegr. 14. Oktober 1924)<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bestehend aus den Burschenschaften Alexandria, Arkadia, Cheruskia, Makaria, Teutonia, Unitas<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>4.sowie den neutralen Korporationen:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Landsmannschaft Balitika, S\u00e4ngerschaft Concordia, Turnerschaft Tuskonia, KTV. Arminia, KV Burgundia, TDC Franconia, StVG Germania, TMV \u201eNormannia&#8220;, TV Voltana<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der MCC hatte sich, nachdem die Verbindungen des Burschenschaften-Cartells zur Gr\u00fcndung eben dieses Verbandes ausgetreten und nur noch 3 Korporationen in ihm verblieben waren, aufgel\u00f6st.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Die schlechte gesamtwirtschaftliche Situation Ende der zwanziger Jahre und die sozialen und politischen Unruhen in Deutschland f\u00fchrten zu einem R\u00fcckgang der Studentenzahlen und zu einem Einbruch des Verbindungslebens.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>6. Niedergang des Mittweidaer Korporationswesens und der zweite Weltkrieg<\/strong><\/span>\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">In den Jahren von 1929 bis 1934 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage dramatisch, nur noch wenige junge M\u00e4nner besa\u00dfen das Geld f\u00fcr den Technikumsbesuch und den n\u00f6tigen Wechsel. Auch die Angst nach dem Studium keinen Arbeitsplatz zu bekommen, hielt viele von der Aufnahme eines Studiums ab.Dies wirkte sich auch auf die Studentenzahlen am Technikum aus. W\u00e4hrend im Herbst 1931 noch 1200 Studenten an der Hochschule eingeschrieben waren, betrug ihre Zahl im Sommersemester 1934 nur noch 400. Auch die Zahl ausl\u00e4ndischer Studenten war erheblich zur\u00fcckgegangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mit der Macht\u00fcbernahme durch die Nationalsozialisten \u00e4nderten sich die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in Deutschland dramatisch.Dies zeigte sich unter Anderem in einem weiteren Absinken der Studentenzahlen. So konnten Im Jahr 1925 nur noch 250 eingeschriebene Studenten zu vezeichnet werden. Grund hierf\u00fcr waren einschneidende Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Jugend wie die Pflicht zum Reichsarbeitsdienst sowie die Verl\u00e4ngerung der Wehrpflicht.Nationalsozialistische Organisationen dr\u00e4ngten sich in die bisherigen Dom\u00e4nen der Korporationen. Dieses geschah keinesfalls verdeckt, sondern war begleitet von einer aggressiven, teilweise anti-korporativen Propaganda, wie folgender Aushang des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB.) zeigt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eKamerad!<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>W\u00e4hrend 2 \u00bd Jahren nationalsozialisitischer Regierung haben es die Korporationen nicht vermocht sich in die Volksgemeinschaft einzugliedern:<br \/>\nSie haben ihr Daseinsrecht damit verwirkt! Und Du bist dennoch einer Korporation beigetreten?<br \/>\nBist du Dir der Tragweite dieses Entschlusses bewu\u00dft geworden?<br \/>\nNoch ist es Zeit zur Umkehr! Gliedere Dich ein in die nationalsozialistischen Gemeinschaften!<br \/>\nWerde mit uns ein K\u00e4mpfer f\u00fcr Adolf Hitler und ein Vernichter jeder Reaktion. Hinein in den nationalsozialistischen Studentenbund!<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Fachschulgruppe Mittweida des NSDStB.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>gez. F. Hoeber&#8220;<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Hochschulleitung in Mittweida arbeitete einvernehmlich mit den NS-Organisationen und Funktion\u00e4ren auf der politischen Ebene zusammen. Eine einheitliche Reaktion der etablierten Korporationen gab es nicht. Wie in der deutschen Mehrheitsgesellschaft \u00fcberwog zun\u00e4chst auch unter den Korporierten Begeisterung f\u00fcr den Kurs der neuen Regierung und ihrem erkl\u00e4rten Ziel Deutschland in alter Gr\u00f6\u00dfe wieder erstarken zu lassen und die kollektive Schande des Diktatfriedens von Versailles zu tilgen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Vereinzelt traten die Aktivitates einzelner Mittweidaer-Korporationen, beispielsweise die der Landsmannschaft Bavaria kollektiv der NSDAP bei. Andere glaubten daran im neuen Regime bestehen zu k\u00f6nnen und sich mit den neuen Machthabern und ihren Organisationen arrangieren zu k\u00f6nnen. Dies sollte sich als Irrglaube herausstellen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Jahr 1934 fanden diverse Sitzungen eines Arbeitskreises im Auftrag des Verb\u00e4ndebeauftragten des NSDStB. Hiesinger statt. Den Vorsitz f\u00fchrte das NSDAP Mitglied Meyer (Bavariae). Ziel dieser Zusammenk\u00fcnfte an denen Vertreter der Unitas-Germania, der Arkadia, der Alemannia, der Bavaria und der Berolina teilnahmen, war die Verringerung der Mittweidaer Korporationen durch Zusammenlegung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Zu diesem Zeitpunkt existierten in Mittweida noch 17 Korporationen, wobei Teutonia 16, Fidelitas 13, Concordia 11, Arkadia 10, Badenia 9, Rheno-Guestphalia 8, Saxonia 8, Bavaria 7, Berolina 7, Wettina 6, Burgundia 5, Arminia 4, Germania 3, Tuiskonia 2, Alexandria 2, Ostmark 2, und Alemannia noch 2 Aktive hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Erabeitet wurde ein Vorschlag die B\u00fcnde durch Fusionen auf 8 zu reduzieren, welcher vorsah, da\u00df sich jeweils<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Bavaria, Berolina, Brandenburgia und Ostmark;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Fidelitas und Alemannia;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Concordia und Wettina;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Arkadia und Alexandria;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Burgundia und Arminia;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Germania und Tuskonia;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Badenia, Rheno-Guestphalia und Saxonia;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">zusammenschlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Teutonia wurde nahegelegt sich mit der Germania zu vereinen., obwohl sie noch die gr\u00f6\u00dfte Aktivitas besa\u00df.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Der Vorsitzende Meyer machte in der Sitzung deutlich, dass:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\"><em>\u201eWenn wir nicht mit dem n\u00f6tigen Ernst an diese Sache herangehen, dann wird eben von oben diktiert und soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Ich habe den Auftrag vom Verb\u00e4ndereferenten, hier eine Wandlung zu schaffen.&#8220;<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Dieser Plan \u00fcberholte sich jedoch relativ schnell. Ab 1935 setzte sich die Gleichschaltung aller studentischen Organisationen (Vergleiche Kapitel 8.6.) unaufhaltsam fort. Die \u201eSalamitaktik&#8220; der Nationalsozialisten, den Widerstand der Korporationen dadurch zu brechen indem man den Anschein bewahrte sie k\u00f6nnten weiterhin bestehen, wenn sie zu Zugest\u00e4ndnissen an die Regierung bereit w\u00e4ren, ging auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Den meisten Verbindungen blieb schlie\u00dflich nichts anderes \u00fcbrig, als zu suspendieren oder ihre ureigenen Ideale und Prinzipien v\u00f6llig \u00fcber Bord zu werfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Den Todessto\u00df erhielt das Verbindungswesen schlie\u00dflich durch eine Anordnung des &#8222;Stellvertreters des F\u00fchrers&#8220;, Rudolf He\u00df, mit der allen studierenden Angeh\u00f6rigen der NSDAP die Mitgliedschaft in einer Korporation verboten wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Zuvor hatte schon Reichsjugendf\u00fchrer Baldur von Schirach eine Weisung erlassen, die es Mitgliedern der Hitlerjugend verbot Mitglied in einer Korporation zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Die SA und der NSDStB. folgten mit gleich lautenden Erlassen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">So w\u00e4hlten um 1935 die Mehrheit der Korporationen in die Suspension, so auch in Mittweida. Die Kameradschaften pr\u00e4gten nun alleinig das studentische Leben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der NSDStB. wurde das alleinige Vertretungsorgan der Studentenschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Aus dem Mitteilungsblatt des NS-Altherrenbundes an der Ingenieursschule Mittweida von 1935 geht hervor, dass 6 Kameradschaften mit einer Mitgliederzahl zwischen 28 und 45 Aktiven gab, die Kameradschaften Stoschek, Heinrich Gutsche, Sch\u00e4fer, Buttermann, Landmann und M\u00fcller.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das Leben in den Kameradschaften, die drei Semester Aktivit\u00e4t von jedem Mitglied forderten, erstreckte sich auf weltanschauliche und politische Erziehung im Rahmen sogenannter \u201eGemeinschafts- und Erziehungsstunden&#8220;, Kameradschaftsabende zur Pflege der Geselligkeit und k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung im Rahmen wehrsportlicher \u00dcbungen und Veranstaltungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Zur Finanzierung der Kameradschaften sollten die Alt-Herren-Verb\u00e4nde der ehemaligen Korporationen gewonnen werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mit einem Aufruf wurde darum geworben, dass ehemalige Alte Herren der Korporationen in die NS-Studentenkampfhilfe eintreten, welche durch Erla\u00df Hitlers vom 12.05.1937 nun der einzige von der NSDAP anerkannte Zusammenschlu\u00df Alter Herren war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die NS-Studentenkampfhilfe gliederte sich in lokale \u201eAltherrenb\u00fcnde deutscher Studenten&#8220;. In Mittweida wurde ebenfalls ein solcher Altherrenbund eingerichtet. Die Alten Herren der ehemaligen Mittweidaer Korporationen sollten geordnet nach ihren ehemaligen AH-Verb\u00e4nden je einer Kameradschaft zugeordnet werden, was, wie in vielen Hochschulst\u00e4dten, in den noch bestehenden AHV die Hoffnung weckte, innerhalb der Kameradschaften \u201e\u00fcberwintern&#8220; zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">So bildeten beispielsweise die AHV der MLC Verbindungen, die Landsmannschaften Bavaria, Brandenburgia und Ostmark, den AHV der Kameradschaft Stoschek. Da jedoch jeder Alte Herr als Einzelmitglied beitreten mu\u00dfte, gab es immer wieder AH die diesen Schritt nicht vollzogen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Lehrbetrieb in Mittweida blieb bis 1945 aufrecht erhalten. Die Umwandlungen in Kameradschaften bedeutete f\u00fcr die Korporationen allerdings das Ende.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>7. Von der Nachkriegszeit bis Heute<\/strong><\/span><a title=\"7a\" href=\"http:\/\/www.seniorencartell.de\/#2\" name=\"7a\"><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der zweite Weltkrieg f\u00fchrte auch unter den Korporationen zu gro\u00dfen Verlusten. Viele Mittweidaer Korporierte starben an den Fronten, im Bombenhagel oder vereinzelt auch in den Konzentrationslagern.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Nach Gr\u00fcndung der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik, war ein Wiederaufleben des Korporationswesens in Ostdeutschland nicht mehr m\u00f6glich. Studenten waren gezwungen sich in den SED-eigenen Jugendorganisationen, wie der Freien Deutschen Jugend (FDJ) zu engagieren. Korporationen waren seitens des Regimes verboten und lebten allenfalls in Freundschaftsb\u00fcnden von Alten Herren im Privaten fort.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">In den 50er Jahren gab es in Westdeutschland diverse Sammlungsbewegungen auf Initiative einiger Alter Herren, welche die versprengten Mittweidaer Alten Herren wieder zusammen f\u00fchren sollten und die sich die Rekonstitution ihrer B\u00fcnde zum Ziel gemacht hatten.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Anstrengungen f\u00fchrten in den 50 und 60er Jahren zu zahlreichen erfolgreichen Reaktivierungen, vornehmlich an westdeutschen Fachhochschulen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">So reaktivierte die Landsmannschaft Rheno-Guesphalia 1952 in Bingen am Rhein, 1956 folgte die Teutonia, welche nun in Duisburg beheimatet war. Die Landsmannschaft Concordia schlug ihre Zelte 197 in Wolfenb\u00fcttel auf. In den Jahren 1963 und 1962 reaktivierten die Landsmannschaft Berolina (heute Burschenschaft Berolina) und die Landsmannschaft Nordmark in L\u00fcbeck und Friedberg in Hessen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 14pt;\">Weitere Reaktivierungen folgten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Anl\u00e4\u00dflich des 65. Stiftungsfestes der Landsmannschaft Rheno-Guestphalia traten am 28.05.1960 auf der Burg Rheinfels in St. Goar eine gro\u00dfe Zahl Vertreter ehemaliger Mittweidaer B\u00fcnde zusammen. Sie beschlossen das Mittweidaer Senioren-Cartell (MSC), als Traditionstr\u00e4ger des Mittweidaer Senioren-Conventes zu gr\u00fcnden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In das erste kommissarische Pr\u00e4sidium wurden gew\u00e4hlt:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Walter Remy , Teutoniae, zum Pr\u00e4siden,<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Paul Drans, Rheno-Guestphaliae, zum Conpr\u00e4siden,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">und Walter Pitroff, Bavariae, zum Schatzmeister.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><!--nextpage--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf dem 75. Stiftungsfest der Burschenschaft Teutonia-Mittweida zu Duisburg, am 27.10.1961 wurde im Rahmen eines ersten General-Conventes des MSC eine Satzung beschlossen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Mit gro\u00dfem Interesse beobachteten die Korporationen die Entwicklungen in Ostdeutschland und an ihrem alten Studienort. Man hielt Kontakt \u00fcber Briefe und P\u00e4ckchen zu den dort lebenden Alten Herren. Besuche im privaten Rahmen durch einzelne Vertreter waren nur selten m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Wende 1989-1991 kam f\u00fcr die Korporationen ebenso \u00fcberraschend wie f\u00fcr die meisten Deutschen. Sehr schnell nahmen die ehemaligen Mittweidaer Korporationen wieder Kontakt zu ihrer ehemaligen Hochschule auf. Eine Vielzahl von Ihnen f\u00fchrte in den 90er Jahren Reisen nach Mittweida durch, die oft mit Wiedersehenskommersen und -kneipen vor Ort verbunden wurden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Jahr wurde 1990 mit der Unterst\u00fctzung von BDIC und MSC, von 15 Studenten der Hochschule die Burschenschaft Fidentia Mittweida im MSC gegr\u00fcndet. Anders als in vorherigen Jahrzehnten hatte die neue Hochschulleitung darum gebeten, da\u00df sich auch am Standort Mittweida wieder Korporationen ansiedeln. \u00dcberlegungen der westdeutschen MSC B\u00fcnde wieder nach Mittweida \u00fcberzusiedeln oder Filialen in Mittweida zu errichten, hatten keinen Erfolg oder wurden nicht realisiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Seit Mitte der 70er Jahren schrumpfte das Cartell stetig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Insbesondere in den 80er Jahren gaben viele MSC-B\u00fcnde mangels Nachwuchses auf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">1993 bestand das MSC noch aus 9 von einstmals 19 Korporationen, die reaktiviert hatten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Heute im Jahr 2024 sind im MSC noch 4 B\u00fcnde aktiv:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">De Burschenschaft Berolina-Mittweida zu L\u00fcbeck, die Landsmannschaft Badenia-Mittweida zu Ulm, die Burschenschaft Fidentia Mittweida und die Landsmannschaft Teutonia-Mittweida zu Duisburg.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziele des MSC |Geschichte des MSC | Korporationen allgemein | Veranstaltungen &nbsp; \u00a0Geschichte des MSC Epochen: \u00a01. Erste Verbindungsgr\u00fcndungen 1867 \u00a04. Die Zeit bis zum&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-76","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-das-cartell"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seniorencartell.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}